Tipps für die private AltersvorsorgePrivate Altersvorsorge – Überblick, Rente und Notwendigkeit – Anlagealternativen

  • Ist die Rente sicher? Ja!
  • Ist private Altersvorsorge notwendig? Ja!

Obige 2 Fragen sollen verdeutlichen, dass es notwendig ist, sich etwas detaillierter mit dem Geld im Ruhestand auseinanderzusetzen. Pauschale und tendenziöse Aussagen nutzen niemanden, versetzen nur in Angst vor der Geldknappheit im Alter oder machen ein schlechtes Gewissen, weil man nicht genug an die Seite legt.

 

Um zur obigen Frage zurückzukehren: Natürlich ist die Rente sicher. Die Frage ist nur, wie viel man erhalten wird. Und was man dafür noch kaufen kann, sprich, was ist das für eine inflationsbereinigte Rente. Fest scheint zu stehen: Zu den heutigen Beitragssätzen wird die zukünftige Rente nicht mehr finanzierbar sein. Einerseits haben wir die demographische Tendenz, dass in Zukunft weniger Beitragszahler mehr Rentnern gegenüber stehen. Auf der anderen Seite werden diese Beitragszahler wohl auch deutlich mehr Geld verdienen als heute ? Produktivitätswachstum macht es möglich. Und man kann politisch die Beitragssätze erhöhen.

Wie auch immer das ganze Spiel ausgeht ? eines scheint sicher: Private Altersvorsorge ist notwendig. Ich möchte ihnen hierfür einige grundlegende Vorgehensweisen nennen, damit Sie die für Sie passenden Bausteine in der privaten Altersvorsorge ermitteln und einen sinnvollen Sparplan entwickeln können.

1. Schritt: Ermitteln sie ihre Rente
Welche Rentenansprüche sind bisher bei ihnen aufgelaufen. Sind sie gesetzlich versichert, dann erkundigen Sie sich bei der Bundesversicherungsanstalt für Arbeit oder der für sie zuständigen Stelle. Damit haben Sie dann einen entscheidenden Faktor, den sie in ihre Berechungen mit einbeziehen.

Wir haben Ihnen für diesen Zweck einen Altersvorsorge-Rechner zur  Verfügung gestellt.

2. Schritt: Ermitteln Sie bisherige Vermögenswerte
Hier kommt alles rein, was Sie bisher besitzen oder in Zukunft sicher besitzen werden. Alle Sparpläne, betriebliche Rentenansprüche, Aktienbesitz, sonstige Rentenansprüche usw.

3. Schritt Ermitteln Sie ihren zukünftigen Bedarf
Wie viel Geld wollen Sie im Alter zur Verfügung haben. Im Durchschnitt braucht man im Rentenalter ca. 30% weniger Geld als im Berufsleben. Aber sie können natürlich auch ganz andere Pläne haben.

Wichtig hierbei, dass Sie die Inflation in ihre Kalkulation mit aufnehmen. Die langjährige Durchschnittsrate liegt bei knapp 3%.

Sie erhalten so ihre Versorgungslücke.


4. Schritt: Versorgungslücke schließen
Sie haben nun ihre Versorgungslücke ermittelt, welche Sie mit der privaten Altersvorsorge schließen sollten. Vorab einige wesentliche Punkte, die Sie berücksichtigen sollten:

Steuern einkalkulieren
Die Besteuerung ändert sich im Laufe der Jahre teilweise auf drastische Weise. Kalkulieren Sie von daher auch bei bisher steuerfreien Renditen von Anlageformen auch einen gewissen Steuersatz ein.

Kinder und Immobilien
Berücksichtigen Sie bitte auch, was Sie für ihre Kinder aufbringen möchten. Und wenn Sie planen, eine selbstgenutzte Immobilie in ihre Kalkulation mit aufzunehmen, können Sie diese natürlich voll als Quasi-Einkommen einbeziehen, aber davon rechnen Sie bitte die Kosten ab, die eine Immobilie verursacht (Reparaturen, Renovierung).

Diversifizieren
Setzen Sie bei der privaten Altersvorsorge nicht alles auf eine Karte. Diversifikation bringt das Plus an Sicherheit in ihre Geldanlage

Welche Bausteine sind sinnvoll?

a) Staatlich geförderte Produkte nutzen
Ob Riester oder Rürup, staatlich geförderte Rentenvorsorgung hat einen entscheidenden Vorteil: Durch Zuschuß oder Steuerbefreiung ist ein Teil der Rendite gesichert. Hier sollten Sie zuerst tätig werden.

b) Immobilienbesitz
Der Immobilienbesitz ist eine der besten Altersvorsorgen. Es geht hier weniger um gesparte Miete. Denn theoretisch bezahlen Sie die schon vorab durch ihre Tilgung ? hier gebe es eventuell renditeträchtigere Anlagealternativen. Aber: Das werden Sie wahrscheinlich nicht machen, das Konto ist am Monatsende leer, so oder so. Immobilienbesitzer haben zu Renteneintritt im Schnitt 4mal soviel Vermögen geschaffen wie Menschen, die zur Miete wohnen. Unter anderem auch deswegen, weil der Kauf einer Immobilie (auf Kredit) zum Sparen verpflichtet.

Berücksichtigen Sie aber, wie oben erwähnt, dass auch eine abgezahlte Immobilie Kosten verursacht (Nebenkosten und Renovierungen).

c) Investmentfonds
Aktien bzw. Investmentfonds brachten bisher auf lange Sicht gesehen (mindestens 10, besser 20 Jahr oder länger) die beste Rendite. Wenn Sie sich dem Auszahlungsende nähern (bis zu 5 Jahre vorher), beobachten Sie die Börsenlage und verkaufen Sie möglichst in einer Haussephase. Satteln Sie dann auf Festverzinsliches um.

d) Festverzinsliche Wertpapiere und Sparanlagen
Vom Sparbrief bis zur Anleihe - hier haben Sie die Sicherheit für ihre Rendite. Vergleichen Sie möglichst viele Angebote miteinander und schließen Sie erst dann ab.

e) Kapitallebensversicherung
Die Kapitallebensversicherung ist heftig umstritten, wird aber noch stark genutzt. Darum wird Sie hier mit aufgenommen. Fakt ist, dass Sie bei einer Kapitallebensversicherung in den ersten Jahren nicht ohne Verlust heraus kommen. Und dass Sie hohe Kosten für den Vertrieb mitbezahlen. Auf der anderen Seite werden Sie zum Sparen gezwungen ? und das kann schon ein Vorteil sein. Der Risikoschutz lässt sich aber anderswo billiger bekommen.

f) Private Rentenversicherung
Die private Rentenversicherung hat einen Vorteil: Sie zahlt egal wie alt sie werden. Von daher ist Sie mit einer Anlage in Investmentfonds nicht direkt zu vergleichen, ist aber ein weiterer sehr interessanter Baustein für ihre private Altersvorsorge. Es erscheinen regelmäßig Testhefte über die private Rentenversicherung.

5. Schritt: Anfangen
Dies ist mit der wichtigste Schritt. Denn oft wird das Thema private Altersvorsorge in die Zukunft verschoben. Dabei geht viel an Rendite verloren, denn der Zinseszinseffekt der Anlageformen ist ein gewaltiger Turbo.

Nützliche Links:

Ratgeber private Altersvorsorge