Baugeld

Ein eigenes Heim ist der Traum vieler Menschen. Allerdings ist der Weg dorthin mitunter steinig, vor allem die Finanzierung stellt oft eine Herausforderung dar. Da ist es gut zu wissen, dass der Staat die Schaffung von Wohnraum unterstützt und zu diesem Zweck Förderungen anbietet. So sind Bausparen, Wohn-Riester & Co als Unterstützung bei der Immobilienfinanzierung durchaus zu empfehlen. Lesen Sie hier, wie Sie von Förderungsvarianten im Rahmen des Wohnungsbau-Prämiengesetzes konkret profitieren können.

Mit Förderzuschüssen ins Eigenheim – aber wie?

Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden lässt sich selten rein auf Eigenkapitalbasis erfüllen. Auch eine Kreditfinanzierung ist vor allem für junge Familien nicht immer einfach. Die nach Abzug der Lebenshaltungskosten verfügbaren Mittel zur Bezahlung der Kreditraten reichen oft nicht aus. Dazu kommt, dass in dieser Situation oft keine werthaltigen Sicherheiten vorhanden sind, um überhaupt ein Darlehen erhalten zu können. Hier springt der Staat unterstützend ein, indem er bestimmte Anlageformen, die auf die Schaffung von Wohnraum ausgerichtet sind, durch Zuschüsse fördert.

So wird beispielsweise beim Bausparen unter bestimmten Voraussetzungen die Wohnungsbauprämie gewährt, auch die Inanspruchnahme einer Arbeitnehmer-Sparzulage ist in vielen Fällen möglich. Schließlich ist noch das sogenannte Wohn-Riestern zu erwähnen, das nicht nur die direkte Finanzierung einer eigengenutzten Immobilie erlaubt, sondern in geeigneten Fällen auch in eine Altersversorgung auf Kapitalwertbasis umgewandelt werden kann.

Haus aus Geld

 
 

Übersicht der bestehenden Fördermöglichkeiten zur Wohnraumschaffung

1. Der Bausparvertrag

Bausparen ist nach wie vor ein beliebtes und effektives Instrument zur Finanzierung von Bauvorhaben, die Sparform unterliegt einer spezifischen Förderung nach dem Wohnungsbau-Prämiengesetz. Werden die Voraussetzungen erfüllt, wird der Bausparvertrag vom Staat jährlich mit bis zu 8,8 Prozent Wohnungsbauprämie bezuschusst, auch besteht bei Zuteilung der Bausparsumme Anspruch auf ein zinsgünstiges Darlehen.

Ein Bausparvertrag kann in beliebigem Alter abgeschlossen werden. Im Gegensatz dazu ist die Grundvoraussetzung für die Zuerkennung der an den Abschluss eines Bausparvertrages gebundenen Wohnungsbauprämie die Vollendung des 16. Lebensjahres. Ein höchstes zulässiges Jahreseinkommen von maximal 25.600 Euro für Singles und 51.200 Euro für Verheiratete ist ebenfalls zu beachten. Die maximale Ansparleistung beträgt jährlich 512 Euro für Alleinstehende und 1.024 Euro für Verheiratete.

Verträge

Der Bausparvertrag wird bei Ihrer Bausparkasse abgeschlossen, auch der Antrag auf Wohnungsbauprämie ist dort – persönlich oder postalisch – einzureichen. Zu beachten ist, dass für vermögenswirksame Bausparverträge, also solche ohne die Absicht, Wohnraum zu schaffen, die Gewährung einer Prämie nicht möglich ist. Derartige Anlageformen werden bereits mit der neunprozentigen Arbeitnehmer-Sparzulage gefördert. Die Berechnung des Zuschusses (im Regelfall 8,8 Prozent) erfolgt auf Basis der jährlich förderungsfähigen Beiträge (Einzahlungen in den Bausparvertrag), wobei eine Untergrenze (= jährliche Mindesteinzahlung) von 50 Euro besteht.

Die Wohnungsbauprämie wird ausgezahlt (Einmalzahlung), sobald das angesparte Kapital wohnraumschaffend eingesetzt wird – zum Beispiel beim Kauf oder Renovierung einer Immobilie – was unter anderem die Zuteilung der Bausparsumme voraussetzt.

2. Arbeitnehmer-Sparzulage und Wohn-Riester

Die Förderinstrumentarien "Wohn-Riester" und "Arbeitnehmer-Sparzulage" stehen ebenfalls mit dem Wohnungsbau-Prämiengesetz in Zusammenhang und dienen dazu, einkommensschwächeren Schichten einen angemessenen Vermögensaufbau zu ermöglichen. Bei der Arbeitnehmer-Sparzulage wird die Basis dafür durch arbeitgeberseitige Leistungen zur Unterstützung von Kapitalbildung geschaffen, die entweder zur Gänze durch den Arbeitgeber oder durch Umwandlung des Arbeitnehmergehalts erfolgen können. Die staatliche Zulage ist dabei von der Art des Investments abhängig. Handelt es sich um einen Bausparvertrag, ist für Alleinstehende eine maximale Bezuschussung von 9 Prozent der Investitionsleistungen bei einer jährlichen Höchstgrenze von 470 Euro möglich. Bei Verheirateten wird die Zulagenhöhe verdoppelt. Werden Aktien oder Kapitalbeteiligungen erworben, beträgt die Zulage maximal 20 Prozent der jährlichen kapitalbildenden Leistung.

Altersvorsorge

Eine weitere Alternative im Bereich Vermögensbildung/Vorsorge stellt das "Wohn-Riester"-Modell dar. Ursprünglich rein als Instrument zur Altersvorsorge konzipiert, wurde es später auch für Zwecke der Bausparförderung adaptiert. Die Philosophie besteht darin, eine Immobilie für die Eigennutzung zu erwerben, diese abzubezahlen und sodann darin mietfrei zu wohnen oder die Immobilie zu veräußern und den Erlös für die eigene Altersvorsorge zu nutzen. Durch diese Ergänzung der gesetzlichen Altersrente soll das Abgleiten in die Altersarmut verhindert werden. Wohn-Riester ist vor allem für kinderreiche Familien interessant, da zusätzliche Förderbeträge je Kind gewährt werden. 185 Euro für jedes Kind, das vor dem Jahr 2009 geboren wurde sowie 300 Euro für ab 2009 geborene Kinder entlasten das Budget in der Regel spürbar.

Fazit

Die verschiedenen Instrumente der Bausparförderung sind eine wichtige Säule privater Immobilienfinanzierung und ermöglichen es auch einkommensschwächeren Menschen, sich den Traum von den eigenen vier Wänden zu erfüllen.